Zweite Internationale Donau-Kulturkonferenz erfolgreich beendet

Novi Sad noch besser als Ulm! (auszug)

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Mehr als 130 hoher Vertreter und Kulturschaffender aus dem Donauraum haben an der 2. Internationalen Donau-Kulturkonferenz teilgenommen.

“Ich muss zugeben, dass diese Konferenz in Novi Sad die erste Konferenz in Ulm übertroffen hat” betonte Joachim Uhlmann, Staatssekretär aus Baden-Württemberg.

Die Konferenz wurde vom Bürgermeister von Novi Sad, Herrn Miloš Vučević, eröffnet und der einleitende Redebeitrag kam vom bekannten Schriftsteller Aleksandar Gatalica. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, die Beiträge des europäischen Kommissars Johannes Hahn, des Provinzsekretärs Slaviša Grujić, des Oberbürgermeisters von Ulm Ivo Gönner, Andrej Fajgeljs, Peter Langers, Elisabeth Pachers, Evgeni Spassovs, Márton Méhés und andere zu verfolgen.

Im Namen des Organisators hat der Direktor des Kulturzentrums Novi Sad und Vorsitzender des Organisationsausschusses für die Kandidatur der Stadt Novi Sad für den Titel Kulturhauptstadt Europas, Andrej Fajgelj,  erklärt: “Wir wünschen uns eine Zukunft, in der unsere Vielfältigkeit kein Hindernis, sondern ein gemeinsames Gut darstellt“ und er betonte, dass die „Einheit in der Vielfältigkeit“ Novi Sad und die Europäische Union auszeichnet.

Auf der Grundlage der Resultate zweier Arbeitsgruppen haben die Teilnehmer in einer gemeinsamen Erklärung die Empfehlung zur Initiierung eines Projektes der Digitalisierung des Kulturerbes und der Entwicklung eines Netzwerks der Kulturhauptstädte Europas und der Festivals im Donauraum ausgesprochen.

Als Gastgeber der nächsten Donau-Kulturkonferenzen wurden Timisoara in Rumänien und Russe in Bulgarien festgelegt.

Für die Gäste wurde ein reiches Kulturprogramm organisiert. Es fanden die Ausstellungen „In unserem Herzen liegt die Tschaike“, „Die Entstehung von Kunst entlang der Donau“, wie auch eine digitale Ausstellung des Kulturerbes der Deutschen in Novi Sad statt.

Am Donaustrand wurde für die Teilnehmer ein Donaufest veranstaltet, während die größte Aufmerksamkeit die Rekonstruktion des Angriffes der Türken gegen die Tschaikisten hervorgerufen hat, der Angehörigen der österreichisch-serbischen militärischen Einheit, die über 100 Jahre lang die Donau und Europa beschützt hat.

Die Konferenz wurde vom Kulturzentrum Novi Sad und der Europäischen Donauakademie mit der Unterstützung der Stadt Novi Sad, der Regierung des Landes Baden-Württemberg und der Regierung der Autonomen Provinz Vojvodina organisiert.

Die Kultur ist der dritte Schwerpunktsbereicht der EU-Donauraumstrategie, die die Entwicklung der Donau-Makroregion zum Ziel hat.

Diese Konferenz stellt einen Teil der Bemühungen der Stadt Novi Sad dar, zur Kulturhauptstadt Europas 2021 zu werden.

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Das Kulturzentrum Novi Sad hat nicht nur gemeinsam mit der Europäischen Donaukonferenz erfolgreich die Zweite Internationale Donau-Kulturkonferenz, eine Veranstaltung von internationaler Bedeutung, organisiert, sondern als Organisator und Gastgeber auch ein bedeutendes Kompliment von Johannes Uhlmann, dem Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und somit vom Gastgeber der Ersten Internationalen Donau-Kulturkonferenz in Ulm im letzen Jahr, erhalten. Uhlmann hat sich für die ausgezeichnete Organisation bedankt und betont, dass die Kulturatmosphäre in Novi Sad diejenige bei der vorangehenden “Donaukonferenz” in Ulm übertroffen hat.

“Die Organisation ist perfekt, wir hatten die Gelegenheit, an sehr guten Arbeitsgruppen teilzunehmen und ich bin davon überzeugt, dass diese Konferenz positive Effekte für Novi Sad haben wird” erklärte Uhlmann.

“Wir wünschen uns eine Zukunft, in der die anderen unsere Partner sind, in der unsere Vielfältigkeit ein gemeinsames Gut und kein Hindernis ist und hierbei wird die Kultur am meisten zur Errichtung von Brücken beitragen. Diese Vielfältigkeit ist das, was Novi Sad ausmacht”, betonte Dr. Andrej Fajgelj, Direktor des Kulturzentrums Novi Sad und Vorsitzender des Organisationsausschusses der Kandidatur zur Kulturhauptstadt Europas bei seiner Begrüßung von mehr als 130 Kulturschaffenden aus dem europäischen Ausland und dem Inland, die in zwei Arbeitsgruppen über zwei Leitthemen im Bereich der europäischen Kultur diskutiert haben: “Kulturhauptstädte Europas – Erfahrungen und Zukunftsaussichten” und “Veranstaltungen und Netzwerke an der Donau – Beitrag zur Donauidentität”. Der Moderator der ersten Arbeitsgruppe war der ungarische Kulturwissenschaftler Dr. Márton Méhés, der am Projekt Pécs – Kulturhauptstadt Europas 2010 beteiligt war. Die beteiligten Kulturschaffenden und Künstler haben Dialoge geführt, Erfahrungen ausgetauscht und über Programme, Konzepte und Ausschreibungen diskutiert, die sich zur Entwicklung einer gemeinsamen Kulturidentität in Europa oder in einer europäischen Makroregion wie dem Donauraum eignen. Die zweite Arbeitsgruppe wurde von Peter Langer, dem Gründer des Internationalen Donaufestes in Ulm geleitet, der mit Vertretern zahlreicher Festivals im Donauraum und anderen Kulturschaffenden eine Diskussion zum Thema Donauidentität und Vernetzung entlang der Donau geführt hat.

Besonders bedeutend für Novi Sad, das sich im kommenden Jahr für den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2021 bewerben wird, ist dass die Gäste und Teilnehmer auch Beiträge von der Vertreterin der Kanzlei des Programms “Kreatives Europa”, Elisabeth Pacher, und dem Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus Bulgariens, Evgeni Spassov, verfolgen konnten, die erklärt haben, auf welche Weise Projekte zu entwickeln sind, um seitens der Europäischen Union finanziert werden zu können, darunter auch das Projekt „Kulturhauptstadt Europas“. Sie haben auch die Bedeutung dieses Projektes hervorgehoben, das zum Ziel hat, eine Stadt, ein Land, eine Region und die gesamte Gesellschaft zu markieren und kulturell zu entwickeln und zu emanzipieren und welches einen großen Mehrwert bringt, sowohl für die Kultur, als auch für die Wirtschaft und den Tourismus.

Der Direktor des Kulturzentrums Novi Sad, Andrej Fajgelj, war der Ansicht, dass die Internationale Donau-Kulturkonferenz sehr bedeutend für die Kandidatur unserer Stadt zur Kulturhauptstadt Europas ist, aber auch für die Förderung der Kapazitäten im Bereich der Kultur. Dr. Fajgelj hat erklärt, dass die Gastgeber der nächsten Donau-Kulturkonferenzen die Städte Timisoara und Russe sein werden und auch die Punkte vorgestellt, die in der gemeinsamen Erklärung verabschiedet wurden.

“Die Empfehlungen, die wir verabschiedet haben, sind in drei bedeutendste Bereiche eingeteilt. Vor allem die Kooperation, danach die Ausweitung unserer Aktivitäten auf neue Medien und die digitale Kultur. Ein gutes Beispiel dafür ist die Digitalisierung des Kulturerbes von Novi Sad – betonte Fajgelj.

Gäste der Konferenz begeistert von der Präsentation unserer Kultur

Obwohl es immer eine schwierige Aufgabe ist, jemandem das Reichtum unserer Kultur während eines nur zweitägigen Aufenthalts in Novi Sad zu präsentieren, haben die Teilnehmer der Konferenz ihre Begeisterung darüber nicht zurückhalten können, dass sie die Gelegenheit hatten, in nur wenigen Stunden unsere Stadt, Ausstellungen und Aufführungen kennen zu lernen, wie auch sich ein Segment des modernsten Projektes der „Digitalisierung des Kulturerbes von Novi Sad“ ansehen zu können. Im Masercenter selbst fanden drei Ausstellungen statt: “In unserem Herzen liegt die Tschaike”, “Entstehung von Kunst entlang der Donau” und die digitale Ausstellung des Kulturerbes der Deutschen in Novi Sad unter dem Titel “Bürger der Geschichte – Bürger für immer”.

Die Ausstellung “In unserem Herzen liegt die Tschaike” der Autoren Veselinka Marković und Siniša Jokić würde anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Tschaikisten-Bataillons organisiert und sie konnte von allen Interessierten im Museum der Vojvodina besucht werden. Die Autorin hat erklärt, dass der Tschaikisten-Bataillon eine große Bedeutung innerhalb des Habsburger Heeres hatte.

– Die Flussflotte hatte seit jeher eine große Bedeutung in den Konflikten zwischen Österreich und dem Osmanischen Reich, so dass die „Tschaikisten“ an so gut wie allen Kriegen beteiligt waren, die im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts geführt wurden. Als sich die Grenze mehr Richtung Süden verlagerte, bestand nach diesen Truppen kein Bedarf mehr, so dass über die Gründung einer neuen nachgedacht wurde. So kam es zur Gründung des „Tschaikisten-Bataillons“, während die Bezeichnung selbst vom Namen des Flussschiffes „Tschaike“ stammt.-

Die Ausstellung “Entstehung von Kunst entlang der Donau” von Professor Dr. Harald K. Traue aus der Europäischen Donauakademie zeigt die Anfänge der Kultur entlang des größten Flusses des alten Kontinents, aber auch die Völker, die dort lebten und die in Vielem zur Entstehung der Kultur wie wir sie heute kennen beigetragen haben. Der Autor hat sich bei den Organisatoren der Internationalen Donau-Kulturkonferenz für die Einladung bedankt, seine Ausstellung hier zu präsentieren und seine Freude zum Ausdruck gebracht, dass er Teil dieses großen Projektes ist.

Die digitale Ausstellung des Kulturerbes der Deutschen in Novi Sad unter dem Titel “Bürger der Geschichte – Bürger für immer” wurde von der Autorin und Direktorin des Museums der Vojvodina, Dr. Agnes Ozer, vorgestellt. Sie hat hervorgehoben, dass es sie sehr freut, dass diese Ausstellung auch in digitaler Form zur Verfügung steht, das sie in der herkömmlichen Form nicht mehr besteht.

– Die digitale Dokumentation des Lebens der Deutschen, die in Novi Sad gelebt haben, ist von großer Bedeutung, denn nach dem Zweiten Weltkrieg ist diese Nation fast vollkommen aus unserer Stadt verschwunden. Die Beschlagnahmung ihres Eigentums hat zum Verlust historischer Spuren und des Kulturerbes geführt. Zum Glück wurde dieses nicht vernichtet, sondern befindet sich verstreut in unterschiedlichen Institutionen. Aus diesem Grund stellt die Digitalisierung eine Art Rettung, beziehungsweise erneuter Auffindung und Identifizierung des deutschen Kulturerbes in Novi Sad dar, betonte Ozer.

Der Direktor des Kulturzentrums Novi Sad, Dr. Andrej Fajgelj stimmt zu, dass diese digitale Ausstellung eine der drei besten Plattformen der kulturellen Digitalisierung weltweit darstellt.

– “Das Kulturzentrum hat drei große internationale Projekte: Die “Kulturhauptstadt Europas”, die “EU-Donauraumstrategie” und die “Digitalisierung des Kulturerbes”, die sehr bedeutend für die Erhaltung der Kultur ist. Dieses Projekt ist nur ein Teil dessen, womit wir uns befassen, um den angesehenen Titel „Kulturhauptstadt Europas“ zu erhalten, erklärte Fajgelj.

Lebendige Geschichte am städtischen Badestrand

Das Donaufest hat im Rahmen der “Internationalen Donau-Kulturkonferenz” am städtischen Badestrand, einem der schönsten entlang des gesamten Donaulaufs, für unsere Mitbürger eine Reihe kultureller und unterhaltsamer Veranstaltungen organisiert. Die Besucher hatten die Gelegenheit, sich ein Militärschiff der Flussflotte der serbischen Armee anzusehen, aber auch ein Musikprogramm der Gesangstruppe “Panon” zu genießen, den Film „Der Tschaikisten-Bataillon“, wie auch eine Performance einer Schlacht der Tschaikisten mit der türkischen Armee zu verfolgen, die von den Mitarbeitern aus “Green Shield” aufgeführt wurde. Der Historiker und Kurator des Museums der Stadt Novi Sad, Siniša Jokić, hat den Besuchern erklärt, dass dieses Programm, außer dass es eine große kulturelle und künstlerische Bedeutung hat, die Darstellung der zivilisatorischen Verbindung zwischen dem serbischen Volk in der Habsburger Monarchie und den Österreichern zum Ziel hat, die sich damals auf einer historischen Mission befanden.

– Durch den Austausch staatlicher und politischer Interessen, technischer und technologischer Kenntnisse, militärischer und alltäglicher Fähigkeiten, hat das Volk, im Besonderen das serbische und deutsche, in gemeinsamen Bemühungen und mit großer Aufopferung gegen einen gefährlichen und mächtigen Gegner – das Osmanische Reich gekämpft. Auf diese Weise haben sie versucht, ihre nationale, kulturelle und religiöse Identität zu waren, die fest in die Identität der europäischen Bürger im gemeinsamen multikulturellen Raum Europa verankert sind, in dem wir eine gemeinsame Zukunft schaffen. Das wird am Besten durch diese Internationale Donau-Kulturkonferenz verdeutlicht.- erklärte Jokić.

Außer einer großen Anzahl an Mitbürgern haben dem Programm auch Gäste aus dem Ausland, Teilnehmer der Donaukonferenz, beigewohnt.

 

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